Eingabe an den Stadtrat als Worddokument

Petition zum Erhalt der Jugendherberge Zofingen

Bärengasse 2

4800 Zofingen

 

 

 

Zofingen 18. Dezember 2020

 

Sehr geehrter Herr Stadtammann,

sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

 

Der untenstehende Petitionstext wurde in der Zeit vom 11. November – 12. Dezember 2020 von 550 Personen unterschrieben. Aus aktuellen Pandemie-Gründen wurden die Unterschriften mittels einer Webseite gesammelt.

 


Petitionstext:

Der Stadtrat Zofingen wird aufgefordert alles daran zu setzen, dass in Zofingen weiterhin eine Jugendherberge betrieben werden kann. Wir fordern die Zuständigen der Stadt auf, dem Verein der schweizerischen Jugendherbergen allenfalls konkrete alternative Standort-Angebote zu vergleichbaren Bedingungen zu unterbreiten.

 

Eine Jugendherberge ist ein wichtiger Faktor in der Standortattraktivität.


In der Zwischenzeit wurde an der Einwohnerratssitzung vom 23. November eine Interpellation als dringlich erklärt und vom Stadtammann direkt beantwortet.

 

Die Petitionärinnen und Petitionäre

haben zur Kenntnis genommen:

  • Dass die Bevölkerung über die Umsetzung der Immobilienstrategie zukünftig informiert werden soll.
  • Dass der Stadtrat bedauert, die Jugendherberge wegen Eigenbedarf nicht garantieren zu können.

 

sind der Ansicht:

  • Dass die Gebäudetauglichkeit für eine Musikschule bereits bei der letzten Haussanierung 1984 als fraglich bis ungeeignet taxiert wurde. (siehe ER-Protokoll vom 10. Dezember 1984) Es besteht die Einschätzung, dass die heutigen Grundbedürfnisse eher anspruchsvoller sein werden als damals.
  • Dass es für eine regionale Musikschule von Vorteil wäre, ein geeignetes Gebäude in Zofingen zu beziehen. Ob ein historisches Gebäude mit schlechter Schallisolation dazu geeignet ist, wird bezweifelt.
  • Dass die Jugendherberge einen nicht zu unterschätzenden Standortwert für Zofingen hat. Olten und Aarburg haben die Werbe-Wirkung einer Jugendherberge erkannt und sich als Alternativ-Standorte angeboten.

 

Darum wäre es wichtig, den Entscheid zu hinterfragen und zuerst die Tauglichkeit und die zu erwartenden Kosten möglichst schnell zu berechnen. Anhand dieser Vorarbeit könnte eine Diskussion darüber geführt werden, ob Zofingen die notwendigen Investitionen in eine ungeeignete Altliegenschaft tätigen will. Die PetitionärInnen erwarten dabei, dass auch die Eignung eines allfälligen Ersatz-Gebäudes für die heutige Jugendherberge vertieft abgeklärt wird und dass die Stadt Zofingen den Schweizerischen Jugendherbergen ein konkretes Alternativangebot zu wirtschaftlich tragbaren Bedingungen unterbreitet.

Wenn dieser Grundsatzentscheid bald gefällt werden könnte, wäre es auch möglich, die Kündigung der Jugendherberge zurückzuziehen. Auch wenn die Jugendherberge Zofingen für die schweizerische Jugendherberge-Organisation kein Rendite-Standort werden kann, ist der Verein bereit, ein Haus als kleine überschaubare Herberge im Mittelland weiterzuführen. Diese Chance muss Zofingen packen. Nicht die Jugendherberge will Zofingen als Standort pushen, sondern Zofingen muss ihre Jugendherberge als Startortvorteil erkennen und sichern.

Die 550 Petitionärinnen und Petitionäre erwarten vom Stadtrat, dass er seinen Entscheid noch einmal überdenkt und diesen aufgrund einer vertieften Abklärung fällt. Dazu eignet sich ein Strategie-Papier als einzige Grundlage nicht. Bevor die Strategie zum Tragen kommt, muss die Stadt das Ziel formulieren, welches heissen könnte:

«Zofingen heisst die Welt willkommen, für alle haben wir das richtige Angebot schon seit Jahrhunderten. Die Jugendherberge ist Teil unserer mittelalterlichen Altstadt.»

 

Im Anhang finden Sie alle registrierten Unterschriften mit allen Angaben zur treuhänderischen Verwendung.

Mit freundlichen Grüssen

Für das Komitee:

Michael Wacker, Lothar Brünisholz, Sascha Antenen, Martin Fischer.